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Deckendes Make-Up um Narben zu tarnen

Das Wort Camouflage kommt aus der französischen Militärsprache. Man bezeichnete damit die Tarnung von Befestigungsanlagen, aber auch andere Maßnahmen, welche dazu dienten, die eigenen Stellungen, Waffen oder Truppen vor dem Auge des Gegners zu verbergen. Mit Camouflieren ist heute in der Dermato-Kosmetik das Abdecken, Verdecken oder Verschleiern farbabweichender Hautfehler gemeint. Also eine wirkungsvolle Maßnahme, aber sanfte Methode gegen die "Attacken" der Alltagsgaffer.

Derartige Hautprobleme können Selbstbewusstsein und -sicherheit erheblich beeinflussen. Selten hilft hier ein normales Make-up. Camouflage mit seiner höheren Pigmentdichte ist deshalb oft die einzige Möglichkeit, die psychischen Belastungen zu mildern und dem Patienten ein normales Lebensgefühl sowie Selbstsicherheit zu geben. Außerdem ist eine perfekte Camouflage wasserfest, hitzebeständig und schützt die Haut vor schädlicher UV- Strahlung. Sie ist bis zu 36 Stunden selbst unter extremen Bedingungen wie Schwimmen, Sport und Sonnenbaden beständig. Camouflage ist fetthaltig, somit besonders für die brandverletzte Haut geeignet und kann z.B. auch auf "frische" Narben , bzw. Schorf aufgetragen werden.

Was kann Camouflage?

Brand- und Unfallnarben, aber auch transplantierte Haut können farblich angeglichen werden. Nach fachlicher Anleitung lassen sich auch folgende Hautanomalien abdecken, kaschieren und fast unsichtbar machen:

Akne, Altersflecken, Augenringe, Besenreiser, braune Pigmentflecken, Blutschwamm (Hämangiome), Couperose - Kupferfinnen, Chloasma - braune Hautflecken, Feuermale (Naevus Flammeus), Hyperpigmentierungen, Hypopigmentierungen, Krampfadern, Kaposi Sarkom, Leberflecken, Rosacea (fleckige Rötungen des Gesichts), Schwangerschaftsflecken und -streifen, Tattoos, Temptoos, Tätowierungen, Teleangiektasien (erweiterte Äderchen), Vitiligo - Weißfleckenkrankheit

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Petra Lubosch 046

Das Erbnis kann sich sehen kassen,  Petra Lubosch, links ungeschminkt 3 Jahre nach dem Unfall und zahlreichen Korrekturoperationen, rechts mit Camouflage.

Je nach Krankenkasse können die Kosten für die Camouflage geltend gemacht werden, vor allem, wenn dies von einem Arzt rezeptiert worden ist. Doch laut Aussage der Bundesvereinigung der Ortskrankenkassen handelt es sich hier um keine Heilbehandlung im eigentlichen Sinne und deshalb ist oft ein psychologisches Gutachten notwendig, worin dem Betroffenen attestiert wird, dass ihm bei einer Nichtcamouflierung psychische Schäden entstehen könnten. Da die Camouflage kein "anerkanntes Heilmittel" ist, wird eine eventuelle Vergütung durch die Krankenkasse unterschiedlich, das heißt per Einzelfallentscheidung, gehandhabt.

Rene Koch, berühmter Visagist und Fachbeirat bei Cicatrix bittet in der Festschrift zum 10 jährigen Bestehen, des von ihm gegründeten Arbeitskreis Camouflage e.V.:

Liebe Krankenkassen, noch einmal auf ein Wort ... Ist Camouflage nicht auch wie Medizin? Sie verhüllt die Leiden von Körper und Seele Seit Bestehen meines Hilfsvereins setzen wir uns alle für Menschen mit Hautbehinderungen ein, um ihnen das Leben zu erleichtern. Doch meine Aktenordner werden immer dicker, die Behördengänge, gemeinsam mit den Betroffenen, immer zahlreicher, unsere Vereinskasse immer schmaler. Denn viele Menschen können heute eben nicht mehr die notwendigen Hilfsmittel bezahlen. Einige der Krankenkassen, gesetzlich wie privat, leisten nicht einmal einen Zuschuss. Sie beharren darauf, dass Camouflage "nur Kosmetik" sei. Doch, wie Sie in dem Grußwort der Bundes-gesundheitsministerin lesen können, lässt sie und lassen Ärzte und Psychologen keinen Zweifel daran, dass Camouflage den Menschen neues Selbstbewusstsein gibt, sie dadurch wieder gesellschaftsfähig und berufstauglich werden. Camouflage kann das leisten. Die Abdecktechnik bewahrt auch Kinder und Jugendliche davor, ausgegrenzt zu werden. Camouflage ist nicht einfach nur Schminke, sie ist wie eine Gehhilfe für das Leben. Schauen Sie sich diese Fotos an; hinter jedem steckt ein Schicksal, ein Leidensweg! Bitte bedenken Sie Ihre Entscheidung noch einmal.
René Koch