Wir wollen die Situation von Brandverletzten nach der Intensivphase verbessern und fordern z.B. die Anerkennung des Begutachtungskonzeptes nach Grabosch/Bruck.
Die stationäre Versorgung in den Zentren für Schwerbrandverletzte in Deutschland ist ausgezeichnet. Statistiken der vergangenen Jahre belegen dieses eindrucksvoll. Heute sind die Überlebenschancen eines Schwerbrandverletzten, selbst mit über 80% verbrannter Körperoberfläche (KOF) sehr gut. Leider werden Verbrennungen oft unterschätzt und Patienten nicht umgehend in Fachkliniken eingewiesen. Wir wollen zur verbesserten, breiteren Aufklärung beitragen.
Während der stationären Betreuung im Brandverletztenzentrum ist die Kostenübernahme durch die Krankenversicherungen oder Berufsgenossenschaften meist unproblematisch. Die Schwierigkeiten beginnen mit der Entlassung, eine Ausnahme bilden die BG-Patienten. An dieser Stelle haben wir es uns zum Ziel gesetzt, die ambulante Behandlungssituation der Kassenpatienten zu verbessern. Rehabilitationskonzepte werden zur Zeit erarbeitet. Cicatrix will sich dafür einsetzen, daß der Begriff Verbrennungskrankheit auch nach Entlassung aus dem BVZ und der Rehabilitationszeit Gültigkeit behält und allgemeine Behandlungsrichtlinien erstellt werden.

Bei den Begutachtungen für Renten- und Unfallversicherungen wird lediglich die allgemein bekannte Gliedertaxe zu Grunde gelegt. Sie berücksichtigt zwar Funktions- und Bewegungseinschränkungen der Glieder und Gelenke, ignoriert aber die Schädigung unseres größten Organs, der Haut. Es existiert bereits ein in Fachkreisen akzeptiertes Begutachtungsschema nach Grabosch/Bruck, welches viel zu selten Anwendung findet. Mitglieder können diese Unterlage anfordern.
Wir fordern, daß alle Unfallopfer nach diesem Schema begutachtet werden. Besonders benachteiligt sind auch hier wieder die Kinder. Unfälle mit Verbrühungen z.B. finden häufig zu Haus und in der Freizeit statt, Verbrennungen in der Schule oder Kindergarten sind zum Glück äußerst selten.
In der Öffentlichkeit wollen wir die Aufklärung über Quellen und Häufigkeit von schweren Brandverletzungen verbessern. Viele Unfälle ließen sich durch besseres Wissen vermeiden oder die Schäden mit korrekter Erste-Hilfe-Leistung geringer halten. Manche allseits verbreiteten Merkblätter für richtiges Verhalten im Brandfall z.B. müssen den neuen technischen Gegebenheiten und medizinischen Erkenntnissen Rechnung tragen und ergänzt werden.
Thema zuletzt bearbeitet am 20.12.2006 | © 2005 - 2012 CICATRIX e.V. - Regina Heeß | eMail an Webmaster / FlotteSeite.de