"Erleuchtung wird nur denen zuteil,
die sich im Dunklen befinden."
(Rupert Schützbach)

 

Cicatrix e.V. ehrt das Pflegeteam für Brandverletze der Gräflichen Kliniken in

Bad Klosterlausnitz

 

 St Preis 2017 Moritzklinik

(v.l.n.r.: leitender Oberarzt Dr. med. Hans Ziegenthaler, Pflegedienstleiterin Silke Radeck, Präsident  Alexander Steurer, Geschäftsführer Ralf Winkhaus)

 

+++ 15.12.2017 –  Pflegeteam der Moritzklinik in Bad Klosterlausnitz hat den Studienpreis – Pflege – 2017 für die Vorstellung eines innovativen Konzeptes zur Pflege und Rehabilitation brandverletzter Patienten erhalten.

Unser Präsident Alexander Steurer hat im Rahmen einer Feierlichkeit die Urkunde den Preisträgern persönlich überreicht. Die Moritz Klinik in Bad Klosterlausnitz ist eine Fachklinik für neurologische und orthopädisch- traumatologische Rehabilitation mit 302 Betten. Sie ist eine von fünf Rehabilitations- und Fachkliniken der Gräflichen Kliniken des Familienunternehmens Graf von Oeynhausen-Sierstorpff, Bad Driburg. Seit 1998 hat sich die Klinik neben den anderen Fachbereichen unter der Leitung von Dr. med. H. Ziegenthaler, FA für Physikalische und Rehabilitative Medizin, auf die Pflege und Rehabilitation brandverletzter Patienten spezialisiert.

Nach der akuten Versorgung brandverletzter Patienten in speziellen Zentren erfordert die anschließende Rehabilitation eine qualifizierte Nachbehandlung, hinter der ein effizientes Rehabilitationskonzept steht. Das Konzept der Brandverletzten Rehabilitation wird je nach Art und Schwere der Verbrennungen individuell auf diePatienten abgestimmt.

Neben der Pflege werden rehabilitative Leistungen von Ärzten, Psychologen, Ergotherapeuten, Krankengymnasten, Masseuren, Sozialdienst und der Orthopädietechnik erbracht. Unabdingbar ist eine gute Kommunikation und Abstimmung der Leistungen. Koordination und Leitung des therapeutischen Brandverletzten Teams in der Moritz Klinik obliegt dem ärztlichen Dienst unter der Führung von Dr. Ziegenthaler.

Die Arbeit und Pflege von brandverletzten Patienten befasst sich mit der Gesamtheit des Körpers. Auf Grund der Narbenbildung muss sich der Brandverletzte mit den eventuell resultierenden Einschränkungen auseinandersetzen und lernen diese anzunehmen und zu akzeptieren. Narben sind nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern können durch die Verdickungen und Verhärtungen zu Bewegungseinschränkungen, Gelenkfehlstellungen, Unbeweglichkeit und schlimmstenfalls bis hin zu Amputationen ganzer Gliedmaßen führen. Diese Menschen müssen sich teilweise neu im Leben orientieren - persönlich, körperlich und manchmal auch existentiell.

Besonderheit der rehabilitativen Pflege in der Moritz Klinik ist es, die Fähigkeiten und Eigenverantwortung durch bestimmte Selbsthilfetrainings zu fördern, um die höchstmöglichste Selbständigkeit zu erzielen. Benötigt der Patient nach der Reha auch weiterhin Unterstützung ist es wichtig, die Angehörigen anzuleiten und einzubeziehen. Diese beiden Faktoren spiegeln sich in der umgesetzten Pflegetheorie nach Dorothea Orem „Hilfe zur Selbsthilfe“ wieder. Die Pflegetheorie von D. Orem beinhaltet drei Theorien, welche miteinander verknüpft sind.

  1. Theorie über die Selbstpflege

  2. Theorie über ein Selbstpflegedefizit

  3. Theorie über das Pflegesystem

Brandverletzten Rehabilitation ist eine interdisziplinäre Aufgabe. Pflegekräfte benötigen neben ihrer Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege spezielle Kenntnisse in der Wundversorgung, im Umgang mit amputierten Patienten, rehabilitativ- aktivierend- therapeutischer Pflege, Kenntnisse in Kinästhetik und psychologische Erfahrungen in Unterstützung und Begleitung von Brandverletzten im Rehabilitationsprozess.