"Arzt und Patient sind Partner. Der eine stellt die Diagnose und der andere die Krankheit."
(Werner Mitsch)

 

Studienpreis 2010

CICATRIX unterstützt das zweite Mal die Forschung


v.l.n.r. Prof. Dr. Bader, Regina Heeß, Dr. Christian Ottomann

Prof. Dr. Augustinus Bader erhält den Studienpreis 2010 - Dr. Christian Ottomann wurde mit einem Sonderpreis ausgezeichnet.

Die Qualität der chirurgischen Versorgung, der Einsatz moderner Konzepte zur Wundbehandlung und Hauttransplantation haben bereits zu deutlichen Verbesserungen geführt. Dennoch stellen die entstehenden Verbrennungsnarben weiterhin ein ernst zu nehmendes physisches und psychisches Problem für die Patienten dar. Der Weiterentwicklung und Forschung im Bereich Wundheilung und Narbenbehandlung kommt deswegen ein immenser Stellenwert zu.

Daher entschlossen wir uns, auch für 2010 erneut den Studienpreis für eine wissenschaftliche Untersuchung zur Verbesserung der Narbenqualität nach IIb und drittgradigen Verbrennungen an einer Klinik in Deutschland, Österreich oder Schweiz zu vergeben. Der Preis war mit 10.000 Euro datiert. Die eingereichten Arbeiten sollten fünf DIN A 4-Seiten Text nicht überschreiten und so verfasst sein, dass auch die nichtmedizinischen Jury-Mitglieder den Inhalt beurteilen können.

Die Resonanz auf diese Ausschreibung war sehr erfreulich. Im Oktober 2010 traf sich die Jury - bestehend aus Regina Heeß, Petra Lubosch und Fachbeirat Prof. Dr. Peter Vogt - in der Medizinischen Hochschule Hannover, um den Preisträger zu ermitteln. Nach gemeinsamer Sichtung aller Unterlagen und intensiver Aussprache wurde die Entscheidung einvernehmlich getroffen: Die Forschungsarbeiten mit adulten Stammzellen, mit dem Titel "Wieso heilt eine kleine Wunde meist ohne Narbe, eine große Wunde aber mit einer Narbe?" eingereicht von Prof. Dr. Augustinus Bader von der Universität Leipzig - BBZ, entsprach in allen Punkten den Vorgaben der Ausschreibung. Entscheidend allerdings beurteilten die Jury-Mitglieder die Tatsache, dass sich durch Forschungen von Prof. Bader die Lebensqualität von schwerbrandverletzten Menschen gravierend verbessern kann.

Zusätzlich entschloss sich die Jury, die Bewerbung von Dr. Christian Ottomann - Überarbeitung des MDE-Bogens - mit einem Sonderpreis in Höhe von 5.000 Euro auszuzeichnen. Im Rahmen der juristischen Beratung unserer Organisation erfahren wir immer wieder, welche große Belastung es für unsere Mitglieder bedeutet, finanzielle Ansprüche durchzusetzen. Begutachtungen werden meistens nach der Gliedertaxe durchgeführt, die allerdings die spezifischen Probleme schwerbrandverletzter Menschen nicht berücksichtigt. Die Überarbeitung des Begutachtungsbogens von Dr. Christian Ottomann ist von entscheidender Bedeutung, denn die Ausführungen des Gutachters werden zu 95 Prozent von den Richtern übernommen.

Offizielle Preisverleihung am Gala-Abend in Grindelwald

v.l.n.r. Prof. Dr. Rennekampff, Prof. Dr. Bader, Regina Heeß, Dr. Christian Ottomann, Fritz Schneider


Fritz Schneider hält die Laudatio auf Dr. Ottomann

Wir danken den Ausrichtern des Fachkongress 2010 des deutschsprachigen Arbeitskreises der Verbrennungsmediziner (DAV) - der Klinik für Plastische und Handchirurgie am Universitätsspital Zürich, hier besonders Herrn Dr. Merlin Guggenheim und dem Kinderspital Zürich - sehr herzlich, dass wir die Preise auch in diesem Jahr wieder im festlichen Rahmen des Gala-Abends verleihen konnten. Die Laudatio auf den Hauptpreisträger hielt Prof. Dr. Hans-Oliver Rennekampff von der Medizinischen Hochschule Hannover stellvertretend für Jury-Mitglied Prof. Dr. Vogt, der kurzfristig verhindert war. Prof. Dr. Rennekampff betonte die Wichtigkeit der Forschung mit adulten Stammzellen im Bereich der Verbrennungsmedizin.

Die Arbeit von Dr. Christian Ottomann, als Sonderpreisträger wurde von unserem Mitglied Fritz Schneider, aktiv als "CICATRIX-Jurist"  gewürdigt: "Ein methodisch sauberes und vom Richter nachvollziehbares Gutachten kann bedeutend zur Bekämpfung seelischer Narben beitragen". Das weiß Fritz Schneider, selbst brandverletzt aus eigener Erfahrung und seiner juristischen Praxis heraus nur zu genau: "denn Mediziner sprechen eine andere Sprache als Juristen".