"Hoffnung und Freude sind die besten Ärzte."
(Wilhelm Raabe: Der Hungerpastor)

 

Christoph Sachs

CICATRIX-Studienpreisträger 2011

Christoph Sachs

Christoph Sachs wurde 1981 in Heidelberg geboren. Er ist ledig und lebt in Ludwigshafen. 2002 begann er ein Zahnmedizin-Studium an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg, wechselte aber ein Jahr später in den Bereich Humanmedizin. 2009 erfolgte seine Approbation als Arzt. In der BGU Ludwigshafen ist Sachs seit dem 1. November 2009 als Assistenzarzt tätig. Er ist  assoziiertes Mitglied der DGPRÄC (Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen).

Die Ausbildung von Narben ist ein physiologischer Prozess und Teil der Wundheilung.

Gerade nach Verbrennungen kommt es fast immer zur Ausbildung hypertropher Narben, die in Abhängigkeit ihrer Lokalisation zu Funktionsstörungen wie Kontrakturen, Schmerzen oder einem ästhetischen Missempfinden führen. Die Gründe für die Entstehung dieser Narben ist bis heute nicht im Detail erforscht. Störungen der Mikrozirkulation des Blutes und damit letztlich der verminderte Sauerstoffgehalt in dem betroffenen Gewebe scheinen eine entscheidende Rolle zu spielen. Narben als Folge thermischer oder chemischer Verbrennungen, stellen sowohl in der Akutphase der Behandlung als auch in der Nachsorge und Langzeitbehandlung Brandverletzter eine besondere Herausforderung an die Betroffenen und deren gesamtes Umfeld dar.

Die Behandlung von Narben mit Unterdruck-Vakuum (UVM) ist eine innovative und in Deutschland noch relativ wenig verbreitete Therapie. Erstmalig wurde unsere Präsidentin Regina Heeß im Zeitraum vom Januar 2001 bis April 2002 mit dieser Technik behandelt. Aufgrund der signifikanten Verbesserungen des Narbenbildes und der Elastizität entschloss sich ihr behandelnder Arzt, Prof. Dr. Henrik Menke, ab 2004 eine wissenschaftliche Untersuchung im Klinikum Offenbach durchzuführen. Bereits im Jahr 2005 stellte Doktorand Kenan Suna die ersten Ergebnisse bei der DAV-Tagung in Falera vor.

Größere Fallzahlen sowie eine systematische Untersuchung bezüglich der Wirkung einer derartigen Therapie wurden bisher allerdings nicht beschrieben. Erste Einzelfallberichte in der eigenen Klinik und sowie Gespräche mit UVM-Therapeuten und Herrn Dr. Hans Ziegenthaler (in der Moritz-Klinik wird die UVM seit 3 Jahren mit guten Therapie-Erfolgen eingesetzt) zeigen vielversprechende Ergebnisse. Die gewonnenen Eindrücke haben das Ludwigshafener Team ermutigt, eine weitere Studie auf diesem Gebiet durchzuführen.

Wirkungsweise der UVM-Therapie

Eine Behandlung mit Unterdruck führt zu einem zweitweisen Anstieg der Durchblutung und damit des Sauerstoffgehaltes in dem betroffenen Gewebe. Ferner vermutet die Ludwigshafener Arbeitsgruppe, dass es durch eine wiederholte Unterdruckbehandlung zu einer Steigerung der Gefäßneubildung und damit zu einem Umbau der Kollagenstrukturen kommt. Sprich, dass "schlechte Kollagen" der Narben wird "aufgeweicht", so dass sich neues und gesundes Kollagen bilden kann. Dies führt zu einer verbesserten Elastizität sowie einer Abflachung der Narben. Ziel dieser Studie ist es, den Einfluss der Unterdruckbehandlung mit steigender Intensität auf die Entwicklung von Narben unterschiedlicher Herkunft und klinischer Stadien systematisch zu untersuchen und die positiven Offenbacher Ergebnisse zu bestätigen. Unsere Organisation freut sich sehr, dass wir die Studie nicht nur finanziell unterstützen können, sondern auch einen Kontakt mit dem Gerätehersteller LPG/Frankreich vermitteln konnten. Die Firma hat zugesagt, für die Dauer der wissenschaftlichen Untersuchung ein Gerät leihweise kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Kostenübernahme und Therapeutenliste

Die Kosten für die UVM-Behandlungen werden inzwischen durch das Engagement unserer Organisation von allen Berufsgenossenschaften, Unfallversicherungen und den privaten Krankenkassen übernommen. Bei den gesetzlichen Krankenkassen muss im Vorfeld abgeklärt werden, ob eine Kostenübernahme als Einzelfallentscheidung genehmigt wird. Behandlungen sind mittlerweile bei speziell ausgebildeten Therapeuten in vielen Teilen Deutschlands sowie in der Moritz-Klinik in Bad Klosterlausnitz möglich. Anfragen über wohnortnahe Behandlungsmöglichkeiten bitte telefonisch an unser Büro (06241 - 308 99 88) oder per mail an richten.

Weitere Infos auf unserer Website unter: www.cicatrix.de/narben_behandlung_uvm.html