"Von einem Arzt kann man nicht erwarten,
daß er Gesunde sympathisch findet."
(Michel de Montaigne)

 

Wie er- und überlebt ein Betroffener ein Trauma, das Verbrennungsmediziner als die schlimmsten Verletzungen bezeichnen, die ein Mensch erleiden kann?

Viele Mitglieder und User haben uns um Fallberichte von Einzelschicksalen gebeten. Wir kommen diesem Wunsch gerne nach. Denn es gibt nach wie vor nur wenig Literatur, in der Betroffene über ihr Leben mit Brandnarben berichten. Und gerade für frisch verletzte Betroffene und/oder ihre Angehörigen, die plötzlich und unvorbereitet mit dem Thema Verbrennungen konfrontiert werden, kann es sehr hilfreich sein, wenn sie erfahren, dass auch ein Leben mit Narben sehr erfüllt sein kann.

Dass es völlig normal ist, wenn alle Betroffenen anfangs mit Gefühlen von Hilflosigkeit reagieren. Und dass es einfach seine Zeit braucht, bis der Alltag sich normalisiert. Noch länger dauert allerdings die Trauerarbeit, um die ein brandverletzter Mensch nicht herum kommt. Der eigene, jetzt mehr oder wenig großflächig vernarbte Körper, wird auch mit aller medizinischen Kunst nie wieder aussehen wie vorher. Das gilt es, akzeptieren zu lernen. Dieser Prozess des Akzeptierens wird von jedem Menschen anders durchlebt.

Reaktionen sehr unterschiedlich

Manche Brandverletzten reden offen über ihre Verletzungen und Gefühle. Andere ziehen sich in ein Schneckenhaus zurück. Die dritte Gruppe empfindet das Leben mit dem veränderten Körperbild sinnlos und hat womöglich Suizidgedanken. Wieder andere laufen vor dem Schmerz in ihrer Seele davon, überdecken ihn mit Alkohol oder Beruhigungsmedikamenten.

So unterschiedlich die Reaktionen auch sein mögen, sie sind alle normal. Wichtig ist nur, dass bei den verschiedenen Mechanismen der individuellen Persönlichkeit das Ziel immer sichtbar bleibt: Nämlich den Punkt zu erreichen, an dem man wieder Ja zu seinem eigenen Körper sagen kann.

Wir danken allen Autoren, die sehr offen über ihr Schicksal geschrieben und uns auch teilweise Bilder zum besseren Verständnis zur Verfügung gestellt haben.

  • Johannes Groschupf Aus dem Schatten treten - Johannes Groschupf berichtet über den Umgang mit Brandverletzungen aus der Sicht eines Betroffenen.
  • Marion Unser Mitglied Marion hat ihre Verbrennungen als Kind erlitten. Sie ist heute erwachsen und berichtet rückblickend 20 Jahre später über den Unfall und seine Folgen. [ Nur für Mitglieder ]
  • Simone Das Leben unseres Mitgliedes Simone änderte sich binnen von Sekunden auf tragische Weise durch einen tragischen Autounfall, bei dem eines ihrer Kinder verstarb und das andere mit schwersten Verbrennungen überlebt hat.
  • Petra Lubosch   erlitt Verbrennungen II. und III. Grades (ca. 50% KOF) mit Inhalationstrauma im Alter von 41 Jahren beim Brand ihrer Wohnung. Im Januar 2001 konnte sie sich aus dem Zimmer, in dem der Tannenbaum brannte, nicht mehr selbst befreien. Ihre Verletzungen zog sie sich allein durch Hitzeeinwirkung und Rauch zu.
  • Regina Heeß Die ehemalige Präsidentin von CICATRIX erlitt im März 2000 Verbrennungen II. und III. Grades an 20 Prozent ihrer Körperoberfläche durch eine Spiritusverpuffung.
  • Miriam Bezold Ihre zweijährige Tochter erlitt im April 2004 schwerste Verbrühungen II. und III. Grades. Sie hat während der Intensivphase Tagebuch geführt. Ihre Originaleinträge veröffentlicht sie hier mit  ergänzenden Kommentaren.
  • Kalle Schaa Der mühselige Weg zurück ins Berufsleben.
  • Jana Urban Bei einem Wohnungsbrand in Berlin erlitt Jana Urban Verbrennungen II. und III. Grades an 40 % der Körperoberfläche.
  • Alexander Steurer Bei einem Arbeitsunfall mit heißem Stahl im September 2007 erlitt Alex schwerste Verbrennungen an 60 % seiner Körperoberfläche und muss fortan mit starken Einschränkungen leben.
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