"Nach drei Jahren vermag sogar ein Unheil zu etwas nütze zu sein."
(China)

 

Brandverletzungen haben vielfältige Ursachen. Fakten zu Häufigkeit, Arten und Orten von Brandunfällen und wie sie sich vermeiden lassen.

Um Brandverletzungen zu erleiden, braucht es keine Flammen

Weitverbreitet ist die irrige Annahme, dass schwere Verbrennungen nur im Zusammenhang mit Flammen entstehen. Vielleicht hat man auch den Stuntman im Hinterkopf, der als lebende Fackel Meter weit läuft und natürlich geschützt ist. Oder Niki Laudas Unfall in Erinnerung, aber wer fährt denn schon Formel 1?

Deutschland ist ein sicheres Land, ja - aber folgende Fakten stimmen nachdenklich:

  • Pro Jahr erleiden in Deutschland 700 000 Menschen Brandverletzungen, sehr oft aus Leichtsinn oder Unachtsamkeit. 
  • Etwa 18.000 davon eine so schwere Hitzeschädigung, dass im Krankenhaus behandelt werden muß. 
  • In Wohnung und Garten verunglücken jährlich etwa 334.000 Kinder.
  • Auf der Straße etwa 230.000 Kinder.
  • Bei Kindern sind thermische Verletzungen die zweithäufigste Unfallursache. 
  • 75% davon sind Verbrühungen. 
  • Unfallort ist zu 80% Küche und Bad.
  • Kleinkinder bis zwei Jahre sind bei thermischen Verletzungen am meisten betroffen. 
  • Höchste Gefahrenquellen sind heißes Wasser in Töpfen, aus Hähnen und Boilern, Pfannen, Friteusen, Grill, Bügeleisen. 

Das Ausmaß der Verletzung ist dabei abhängig von der Art des heißen Stoffes, seiner Temperatur und Einwirkungsdauer. Siedendes Wasser hat z. B. eine Temperatur von ca. 100°C, Öl in einer Friteuse ca. 200°C und eine offene Flamme ca.1200°C. Schon 52°C heißes Wasser schädigt die Haut.

Verbrühungen sind Verbrennungen

Am häufigsten passieren Kindern Unfälle im vertrauten Umfeld - zu Hause. Verbrühungen sind am schmerzhaftesten und haben oft lebenslang sichtbare Narben zur Folge. Eine Tasse Tee, mit der Tischdecke nach unten gezogen, kann reichen, um ein Kleinkind zu  30 % - 50 % Körperoberfläche zu verbrennen.

Unter folgendem Link lassen sich informative Broschüren und Materialien zum Thema Unfallverhütung im Haushalt downloaden. Besonders hinweisen möchten wir auf den Titel "Heißes Wasser brennt wie Feuer": http://www.telenot.de/brandschutz/...

Verpuffungen sind sehr rasche Verbrennungen     

Sommerzeit ist Grill - Unfall - Zeit. Spiritus oder andere flüssige Brandbeschleuniger auf glimmende Kohle gegossen, treffen meist nicht den Verursacher, sondern den unbeteiligten Zuschauer noch 2 - 3 Meter davon entfernt. Bei Verpuffungen entstehen Temperaturen zwischen 1000 und 1800 Grad Celsius.

Hitze und Dampf können schwer verbrennen

"Geh nicht zu dicht ans Feuer" lautet eine alte und korrekte Regel. Nicht nur Kleidung kann durch Funkenflug in Flammen geraten, sondern die Temperaturen in der Nähe eines Feuers reichen für tiefe Verbrennungen. Die Haut von Kindern ist viel dünner und empfindlicher und Kinder empfinden Hitze nicht automatisch als Bedrohung.

Schwerverletzte von Terroranschlägen sind meist Brandverletzte

Wenn wir im Fernsehen nach Anschlägen, wie zum Beispiel Madrid oder Djerba, von Schwerverletzten hören, kann man davon ausgehen, dass es sich um Schwerstbrandverletzte handelt. Die von Explosionen ausgehende Druckwelle ist unvorstellbar heiß, da reichen Sekunden für tiefgradige Verbrennungen, ohne Flammen, nur durch die Hitze der Explosionswelle.