"Gegen Schmerzen der Seele gibt es nur zwei Heilmittel: Hoffnung und Geduld."
(Pythagoras von Samos)

 

Schöne Tage - Feiertage = Brand-Unfalltage. Was muß man besonders beim Grillen oder Weihnachten und Silvester beachten?

Oft Brand-Unfalltage

Endlich ist es wieder Sommer, Garten und Grill locken, überall lässt sich erschnuppern, wo leckere Würstchen und ein Steak auf den Rost kommen. Erst mit Holzkohle kommt der richtige Grillgeschmack, abgelöscht wird mit Bier - auch oft die Kehle - dann schmeckt es erst richtig. Jährlich fast 100 Millionen Mal wird in Deutschland der Grill angeworfen.

Für rund 4000 Hobbyköche endet die Grillsaison beim Arzt 

500 Unfallopfer müssen jährlich mit schweren Verbrennungen im Krankenhaus behandelt werden. Fatalerweise sind oft nicht die unachtsamen oder leichtsinnigen Verursacher am schwersten verletzt, sondern Kinder und andere sich in Sicherheit wähnende Gäste. Immer wieder hört man: "Aber ich stand doch mindestens 2 Meter weg vom Grill". Bei einer eventuell auftretenden Stichflamme oder einer Verpuffung sind besonders der empfindliche Gesichtsbereich und der Oberkörper von den Verbrennungen betroffen.

Die allergrößte Gefahr geht von den "Anzündhilfen" aus. Um die Holzkohle rasch anzuzünden, greifen unbelehrbare Grillfreunde zu Spiritus, Alkohol, Lampenöl oder gar zu Benzin. So wird dieses Spiel mit dem Feuer extrem gefährlich: Durch Verdunstung der flüssigen Brennstoffe entsteht ein hochexplosives, brennbares Gas/Luft-Gemisch in Form einer Gaswolke, die bis zu drei Meter Durchmesser haben kann. Beim Anzünden der Grillkohle kommt es dann zu einer Verpuffung. Durch einen Flammenrückschlag kann auch der gesamte Brennstoffbehälter (z.B. Spiritusflasche, Benzinkanister) in der Hand explodieren.

Neben den schweren gesundheitlichen, manchmal lebensbedrohlichen Folgen, sind auch Auseinandersetzungen mit Haftpflichtversicherungen und Schmerzensgeldprozessen oft vorprogrammiert. Ein Beispielfall ist nachzulesen unter www.jurawelt.com/gerichtsurteile/...

Adventszeit - da denkt man an Kerzen, Backen, Fondue, Feuerzangenbowle und Kaminfeuer. Feierlaune und offenes Feuer kommen in den Häusern und Wohnungen zusammen - das kann eine ungewollte brandgefährliche Mischung sein.

Die Feuerwehr weiß das nur zu gut und kennt die acht gefährlichsten Tage des Jahres:

Heiligabend bis Silvester

Manche ungewollte Bescherung, nämlich Wohnungsbrände mit schlimmen Folgen, bringen Weihnachtsbäume oder Kerzen, die unbeaufsichtigt am Adventsgesteck brennen, mit sich.

Ein Weihnachtsbaum mit Kerzen - ist das nicht romantisch? Doch wenn man nicht aufpasst, brennt mehr als nur die Kerzen. Am Anfang ist die Gefahr noch vergleichsweise gering, denn die Nadeln haben noch viel Feuchtigkeit und sie entzünden sich schwer. Doch der Baum steht im Wohnzimmer im Trockenen - oft nicht einmal im Wasser und mit der Zeit trocknet er aus. Und in dem Moment ist die Gefahr richtig groß.

"Wissen vor 8" hat das einmal ausprobiert. Der Testbaum ist trocken, so wie nach den Feiertagen. Wenn die Feuchtigkeit im Baum auf unter 50 Prozent fällt, wird es gefährlich. Die Nadeln sind aufgrund ihrer festen Hülle kaum geschrumpft, doch statt Wasser befindet sich nun Luft in den Nadeln. Im Kontakt mit dem Feuer verdampfen die ätherischen Öle und bilden ein leicht entzündliches Gasgemisch.

In der Zeitlupe kann man erkennen, wie das Öl verdampft und über der Nadel zu brennen beginnt. Die etwa 400.000 Nadeln am typischen Weihnachtsbaum wirken wie unzählige kleine Zünder. Wie in einer Kettenreaktion springt nun die Flamme von einer Nadel zur nächsten.

Auch die nach oben gestreckte Form des Baumes beschleunigt diesen Zündungsprozess. Das alles geht so schnell, dass der ganze Baum geradezu explodiert. Die Wärme, die dabei freigesetzt wird, beträgt in unmittelbarer Nähe über 600 Grad. Bei solch extremen Temperaturen beginnt auch alles andere im Raum, sofort zu brennen.

Einem Weihnachtsbaum sieht man nicht ohne weiteres an, ob er ausgetrocknet ist, denn die Nadeln bleiben lange Zeit grün. Wenn sie abfallen oder braun werden, ist es höchste Zeit, die Kerzen auszumachen und den Baum rauszutragen. Weihnachten ist dann ohnehin schon vorbei.

Quelle: ARD "Wissen vor acht" Sendung vom 05.12.2011

Mit Silvesterfeuerwerk hat schon für so manchen das neue Jahr schlecht angefangen. Durch Unfug oder unachtsamen Umgang häufen sich in der Silvesterzeit schwere Verbrennungsunfälle.

Die Zeitungen sind jedes Jahr voller Meldungen, in den Nachrichtensendungen ist die Anzahl der Schwerverletzten der Silvesternacht jedes Jahr zu hören.

Sicherheits-Tipps zu kennen ist der erste Schritt, sie zu verinnerlichen und zu befolgen, hilft vor ungewollten Überraschungen.