"Wußten Sie schon, daß auf Krankenscheine auch Scheinkranke behandelt werden?"
(Werner Mitsch)

 

Information ist wichtig - was Notarzt, Sanitäter und Notaufnahme wissen müssen.

Beim Eintreffen benötigen die Retter kurz und ruhig alle Informationen zu Unfallhergang, Zeit, ob Rauch eingeatmet wurde, Verhalten des Verletzten und welche Maßnahmen ergriffen wurden. Wenn möglich geben Sie Informationen über Alter, Beruf, Adresse, Angehörige, Vorerkrankungen und Impfungen. Sollten Versicherungskarte und Impfbuch griffbereit sein, dann nehmen Sie diese mit, falls Sie den Verletzten begleiten.

Auch für Notärzte und Sanitäter ist die Versorgung einer schweren Brandverletzung eine stressige und belastende Situation. Verschiedenste Kriterien gilt es schnell zu beachten und zu beurteilen.

  • Die Schwere von Verbrennungen ist abhängig von der Ausdehnung (% der Körperoberfläche (KOF), die Handfläche entspricht 1%),
  • der Tiefenwirkung (Verbrennungsgrade),
  • dem Alter (Schockgefahr bei Kindern ab 5% betroffener KOF, bei Erwachsenen ab 10% KOF),
  • dem Gesundheitszustand,
  • den Zusatzverletzungen und
  • allgemein auch von Art, Dauer und Lokalisation der Hitzeeinwirkung sowie der Höhe der Temperatur.

Der Grad der Verbrennung kann bei frischen Verletzungen nie eindeutig beurteilt werden, weil sich die entsprechenden Kennzeichen erst langsam entwickeln. Kleidungsreste, Schmutz und Blut können behindern. Man unterscheidet die 4 Verbrennungsgrade:

  • 1. Grad: Rötung, Schwellung, Schmerz
  • 2a Grad: Blasenbildung, Schmerz
  • 2b Grad: starke Schmerzen
  • 3. Grad: geringe Schmerzen, nur Spannungsgefühl
  • 4. Grad: Schorfbildung, Verkohlung

Für alle Verbrennungen gelten neben den Behandlungskriterien, die sich nach der Tiefe und dem Ausmaß der Verbrennung richten, allgemeine Grundsätze:

Es muss eine ausreichende Schmerztherapie, eine vermehrte Flüssigkeitszufuhr, die eventuell mittels Infusionen vorgenommen werden muss, sowie ein intakter Tetanus-Impfschutz gewährleistet sein.

Kleinere Verbrennungen können in jeder chirurgischen Einrichtung behandelt werden.

Spezialfälle

Bei den folgenden Fällen sollten Spezialeinrichtungen wie Zentren für Schwerbrandverletzte die Behandlung und Therapie der Patienten vornehmen. Dies garantiert neben einem entsprechenden Qualitätsmanagement auch die Anwendung neuester wissenschaftlicher Methoden und Erkenntnisse.

  • Ab 10 % Körperoberfläche bei Kindern,
  • ab 15 % Körperoberfläche bei Erwachsenen,
  • bei Verbrennungen an Händen, Füßen, im Gesicht und im Genitalbereich sowie
  • bei Arbeitsunfällen

Diese Kriterien sollte jeder kennen, damit es nicht erst zu spät, nämlich wenn Komplikationen eintreten, zur Einweisung in ein Brandverletztenzentrum kommt. Über eine zentrale Stelle in Hamburg können freie Betten zu jeder Zeit abgefragt werden. Der Transport mit Wagen oder Hubschrauber wird vom überweisenden Notarzt sorgsam abgewogen.

Lesen Sie weitere Informationen auf dieser Web-Site unter "Verbrennungen". Die Liste der speziellen Brandverletztenzentren (BVZ) in Deutschland mit direkten Links finden Sie unter der Rubrik "Service".

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