"Das ganze Leben ist ein
ewiges Wiederanfangen."
(Hugo von Hofmannsthal)

 

Wie reagieren Menschen auf Feuer? Welchen Einfluß haben Training oder Kinobilder? Am Beispiel eines Wohnungsbrandes, den Petra Lubosch schwerverletzt überlebte, soll das aufgezeigt werden. Ihre Schilderung des Unfallhergangs wird von Fachleuten im Artikel: Ein ganz normaler Brandfall - sachlich kommentiert.

Neugier und nicht etwa Angst... ist das Erste, was Menschen mit einem Brand verbinden

Gucken und staunen, statt weglaufen und alarmieren, ist ein häufig berichtetes Phänomen. Verbreitet ist fehlender Respekt vor der Hitzeausbreitung und der alles zerstörenden Kraft des Feuers. Völlige Unkenntnis herrscht oft darüber, dass sich der Brandrauch rasend schnell ausbreitet und in wenigen Minuten sämtliche Flucht-, Rettungs- und Löschangriffswege blockiert. Man unterliegt der irrigen und hochgefährlichen Auffassung, im Brandfall genügend Zeit zu haben.

Der Einzelne selbst wird in seinem Leben vermutlich äußerst selten einen Brand als Betroffener erleben müssen. Deshalb ist es sehr verständlich, dass man "seine Erfahrung" am oder im Feuer zu stehen, aus den Medien und hier speziell aus dem Kino oder Fernsehen übernimmt.

Die Schauspieler sind dort unendlich lang und gut zu sehen, spannende Verfolgungsjagden, dramatische Rettungen unter stürzenden Balken usw. bestimmen die Handlung bei stets bester Sicht. Das brennende Haus ist nur Kulisse. Feuer und Rauch wird zur Erhöhung der Spannung immer wieder eingezoomt, dann aber wieder ausgeblendet. Diese oft wiederholte "Erfahrung", die mit der Realität absolut nichts zu tun hat, formt unbewusst unser Verhalten und die Instinkte eines Durchschnittsbürgers mit fatalen Folgen, wenn doch einmal etwas passiert.

Ein ganz normaler Brandfall

Mit dieser Überschrift entstand ein Artikel unter der Federführung von Dr. Detlef Mamrot. Er arbeitet als öffentlich vereidigter Sachverständiger für Brandschutz, ist Mitglied des Vereins zur Förderung des Deutschen Brandschutz e.V. www.vfdb.de und im Fachbeirat von CICATRIX.

Im Sommer 2004 kam es zum Kontakt mit Petra Lubosch, die auf seine Suche im Internet nach Personen, die über ein Brandereignis berichten können, reagierte. Anhand ihrer Schilderung drei Jahre nach ihrem Brandunfall sowie Bildern, Bauplänen, Feuerwehr- und Polizeiprotokollen analysierte Dr. Mamrot zusammen mit Oberbrandamtsrat Dipl.-Ing. Ulrich Zander, Berufsfeuerwehr der Stadt Wuppertal, die Geschehnisse.

Der nun vorliegende Artikel ist nicht nur für Fachpublikum interessant. Zwar zielt er in erster Linie auf diesen Leserkreis, ist aber durch die Mischung individueller Erlebnisschilderung mit sachlichem Fachkommentar für jeden verständlich und interessant.

Der Verfasser hofft, ebenso wie CICATRIX, eine Diskussion und Auseinandersetzung über die angesprochenen Probleme zu erreichen. Und dies eben nicht nur im Fachbereich, sondern öffentlich und auf breiter Ebene.

 

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Dr. Detlef Mamrot,
Brandschutzplanung und Systemanalyse,
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