"Nur mit leeren Händen
kann man nach Neuem greifen."
(Unbekannt)

 

Revolutionäre Haar Stammzellen Transplantation

Nach vielen Jahren Forschung ist es in den Niederlanden gelungen, eigene Haare zu vermehren. Und zwar genau dort, wo es gewünscht ist. Es handelt sich um die Haar Stammzellen Transplantation, kurz  HST, einem einzigartigen Haarwuchsverfahren des Hair Science Institute.

Wunderbare Haarvermehrung?

Viele Brandverletzte mit Kopfverbrennungen leiden unter kahlen Stellen. Bislang sind die Möglichkeiten, kahle Stellen an brandverletzten Arealen des Kopfes zu kaschieren, eher gering. Im chirurgischen Bereich besteht die Möglichkeit, Expander zu setzen und die behaarte Kopfhaut zu dehnen. Oder man verpflanzt einzelne Haare. Beide Möglichkeiten haben zur Folge, dass die Haare lichter werden. Ästhetische Alternativen bietet bisher nur der spezialisierte Friseur mit Extensions oder Haarteilen. Nachteile sind relativ hohe Kosten und regelmäßige Friseurbesuche.

HST wurde von dem Arzt und Wissenschaftler Coen Gho entwickelt. HST, das heißt, keine Angst vor Operationen mit Schnitten, Schmerzen und Narben haben zu müssen. Die Einzelsitzungen sind nahezu schmerzlos und mit garantiertem Erfolg. Und das bei einem ausgesprochen natürlichen Ergebnis. Sogar die Wachstumsrichtung der Haare lässt sich festlegen. Und dazu wachsen - im Gegensatz zu den traditionellen Operations- und Laserverfahren - die Spenderhaare auch noch nach und können erneut für weitere Transplantationen verwendet werden.  Transplantiert werden können Kopfhaare, Augenbrauen, Schnurrbart oder Bart.

Wie lässt sich nun aber der Unterschied zwischen HST und den traditionellen Techniken in Kürze beschreiben?

Dr. Coen Gho: "Bei den traditionellen Techniken wird das Haar verpflanzt, das heißt, man muss genauso viel opfern, wie man tatsächlich dazu gewinnt. HST lässt sich am besten als "Steckmethode" beschreiben. Indem wir nämlich nur einen Teil der Haarstammzellen benötigen, wird das Spenderhaar einfach wieder neu wachsen. Im Prinzip geht es eigentlich um Haarvermehrung".

Das Besondere an HST ist nicht die Tatsache, dass nur dort neues Haarwachstum auftritt, wo es gewünscht wird. Sondern, dass das Spender- oder Donorgebiet nicht geschädigt wird. Weder durch Narben, noch dadurch, dass die Spenderhaare ausfallen. Es wird lediglich ein winziges Stück des Haarwurzelsacks entfernt. Dadurch verbleibt der größte Teil des Haares im Donorgebiet, wo wieder neues Haar produziert wird. Durch den Einsatz von Spezialinstrumenten ist es gewährleistet, dass nur die benötigte Menge des Haarfollikels entnommen wird. Beim HST-Verfahren kommt es lediglich zu winzigen Wunden, die bereits nach zwei Tagen vollständig verheilt sind.

Regina Heeß wollte wissen, wie eine Behandlung abläuft und ist nach Maastricht gefahren. Hier ihre Erfahrungen:

Ich habe seit meinem Trauma im März 2000 eine etwa 8 x 8 cm große kahle Stelle am Hinterkopf. Da die herkömmlichen Verfahren für mich nicht in Frage kamen, habe ich so gut es geht, versucht zu kaschieren. Sprich, ohne eine große Portion Haarspray habe ich mich nicht aus dem Haus getraut, weil die kahle Stelle sonst bei jedem Windstoß sichtbar gewesen wäre. Der Leidensdruck, als Frau mit einer Teilglatze zu leben, war trotz nach außen getragenem Selbstbewusstsein immer vorhanden. In den Phasen, als ich die Haare länger trug, bedurfte es sehr aufwändiger und geschickter Stecktechniken, um die Haare zusammenzubinden. HSI hat mich neugierig gemacht. Also bin ich nach Holland gefahren, um diese Technik auszuprobieren.

 
meine kahle Stelle am Hinterkopf das rasierte Spenderareal Stephanie stanzt die Grafts aus das Stanz-Werkzeug
 

Morgens um halb acht ging es los. Der Empfang durch die Ärztin Kristel van Herwijnen, die deutschprechende Technikerin Stephanie Vink und dem restlichen Team war sehr herzlich. Zuerst wurde das Spenderareal rasiert und mit Injektionen betäubt. Dann hat Stephanie mit einer Art maschinellen Hohlnadel die Grafts entnommen. Bis die gewünschte Zahl von 400 Stück zusammen gekommen war, hat es über zwei Stunden gedauert. Ich lag die ganze Zeit bequem auf dem Bauch und habe Stephanie mit Fragen gelöchert.

Sie hat mir erklärt, daß ein Mensch durchschnittlich 100.000 Haare auf dem Kopf hat. Ist der Haarverlust zu groß, kann die HSI nicht angewendet werden. Die Spenderareale befinden sich stets an den Seiten oder der hinteren Kopfmitte. Deckhaar ist weniger oder gar nicht geeignet, weil nicht nur Männer im Alter eine Glatze bekommen, sondern auch die Haare von Frauen dünner werden können. Augenbrauen werden ebenfalls aus Kopfhaaren transplantiert und müssen nach dem Anwachsen regelmässig geschnitten werden.

 
die Spenderstelle nach der Entnahme die Transplantation Kristel und ihre Assistentin leisten Präzisionsarbeit alle Haare sind am richtigen Platz
 

Nach einer kurzen Pause wurde dann der Empfängerbereich anästhesiert. Das hat ein wenig weh getan, weil das Betäubungsmittel auch in dickere Narben injiziert wurde. Anschließend hat Kristel mit einem Spezialinstrument, einer Art Haken, Löcher in die kahlen Stellen gebohrt, in die Stephanie die Grafts einsetzte. Gegen 13 Uhr waren wir fertig. Noch mal Fotos und dann ging es wieder heim. Jetzt bin ich sehr gespannt auf das Ergebnis. In spätestens 9 Monaten werde ich wieder Haare am Hinterkopf haben. Und zwar meine eigenen!

4 Monate nach der Transplantation - April 2011


Zustand November 2011

Das Ergebnis

Das Stadium 4 Monate später sehen Sie links (April 2011).

Neun Monate nach der ersten Behandlung, Ende August 2011 wurden dann die restlichen Haare transplantiert. Um das komplette Areal aufzufüllen, wurden 730 Grafts benötigt. Die Operation dauerte rund acht Stunden. Das Ergebnis ist einfach nur toll geworden. Alle kahlen Stellen sind behaart.

Das Ergebnis 4 Monate nach der zweiten Transplantation sehen Sie rechts (November 2011).

Viele Informationen und weitere Fotos finden Sie direkt auf der, auch deutschprachigen, Website von Hair Science Institute