"Geduld ist ein Pflaster
für alle Wunden."
(Miguel de Cervantes)

 

Ketamin - ein bekannter Wirkstoff mit Nebenwirkungen 

Während des künstlichen Komas wird in bestimmten Fällen auch Ketamin eingesetzt, obwohl es bekanntermaßen zu Alpträumen führen kann.

Aus Kontakten mit Brandverletzten, die im künstlichen Koma waren und Diskussionen in Foren, wissen wir um die problematische Aufarbeitung der schlimmen Phantasien, die hinterher von den Patienten geleistet werden muss. Es kann passieren, dass sie genau damit in sofern überfordert sind, weil die meisten Patienten einfach nicht wissen, dass es Drogenauswirkungen waren und nicht ihr eigenes, unbewusstes "Ich", das sie so grausig träumen ließ.

Eine durch einen Autounfall schwerbrandverletzte junge Frau war in ihren Alpträumen nicht Opfer, sondern Täter. Behandlungen und Amputationen, die bei ihr durchgeführt werden mussten, fügte sie im Traum anderen, auch geliebten Angehörigen zu. Sie verzweifelte an sich selbst und ihrem vermuteten sadistischen Unterbewusstsein und versuchte sich ein Jahr nach dem Unfall das Leben zu nehmen. Erst durch die psychologische Betreuung nach Suizidversuch erfuhr sie, dass es lediglich die Auswirkungen eines Wirkstoffs waren, Drogen, die sie so furchtbar leiden ließen. Sicher ein extremer, seltener Fall, aber doch auch ein Hinweis, wie nötig umfassende Aufklärung ist.

Wir meinen, Patienten und Angehörige sollten zeitnah erfahren, wenn Ketamin eingesetzt wurde, um unnötige weitere psychische Belastungen dem Patienten zu ersparen.

Bei Wikipedia gibt es einen ausführlichen Beitrag, aus dem wir zitieren:

Klinische Wirkung 

Ketamin findet in der Anästhesie zu Narkosezwecken, bei der Schmerzbehandlung (Analgesie) in der Nofallmedizin und zur Behandlung des therapieresistenten Status asthmatikus Anwendung. Charakteristisch für die Wirkung des Ketamin ist die Erzeugung einer sogenannten "dissoziativen Anästhesie". Darunter wird die Erzeugung von Schlaf und Schmerzfreiheit unter weitgehender Erhaltung der Reflextätigkeit, insbesondere der Schutzreflexe, verstanden. Ketamin ist sowohl ein schlaferzeugendes Mittel (Hypnotikum) als auch ein potentes Analgetikum.

Neben- und Wechselwirkungen 

Ketamin hat vor allem psychotrope Nebenwirkungen (Halluzinationen), daneben wirkt Ketamin als einziges Narkotikum auch blutdruck- und pulssteigernd. Diese Nebenwirkung ist bei manchen Patienten erwünscht. Im Rahmen der Notfallmedizin ist es das einzige Medikament, mit dessen Einsatz kreislaufstabilisierende und narkotische Effekte kombiniert werden können. Der Einsatz bei Patienten mit schwerer koronarer Herzerkrankung (z. B. Herzinfarkt) ist hingegen abzulehnen, weil das Medikament durch Herzfrequenz- und Blutdruckanhebung die Herzarbeit steigert und somit den Sauerstoffverbrauch des Herzmuskels erhöht.

In der Routineanästhesie wird Ketamin aufgrund der psychotropen Nebenwirkungen weitgehend abgelehnt. Die Kombination mit einem Benzodiazepin kann aber das Auftreten von Albträumen und Halluzinationen in der Aufwachphase teilweise verhindern. Eine Reizabschirmung ist ebenfalls sinnvoll.

Auf Grund seiner dissoziativen, bewusstseinsverändernden Wirkung ist Ketamin in der Drogenszene auch als Partydroge bekannt (Szenenamen: K, Kate, Ket, Kitty, Special K, und Vitamin K, Fiction, Keta mit Peta). Seine Nebenwirkungen wie das Ketamin-Loch, insbesondere das relativ häufige Auftreten von so genannten Horrortrips (albtraumartige Szenen mit Nahtodes-Erlebnissen und Tunnelvisionen), schränken aber seine Beliebtheit ein.