"Das Recht zum Anderssein legitimiert sich in dem Empfinden für das Recht eines jeden anderen."
(Leo Baeck)

 

Besuch beim Patienten im künstlichen Koma

Das Wort Koma allein löst schon Schrecken aus und macht unsicher. Wie verhalte ich mich richtig am Krankenbett, was erwartet mich?

Für jeden Angehörigen ist der Besuch auf einer Intensivstation schon eine große Belastung. Erst recht bei einem Brandverletzten, der in einem hochsterilen Brandverletztenzentrum behandelt wird.

Es gilt Hygienevorschriften zu beachten, denn Infektion ist die größte Gefahr für einen Brandverletzten, weil z.B. Teile der Haut zum Schutz nicht mehr vorhanden sind. Vor jedem Besuch muß die gesamte Kleidung gegen sterile Anzüge getauscht werden, man geht durch die sog. Schleuse, trägt Haube, Gesichtsmaske und Handschuhe. Berührungen des Verletzten ohne Handschuhe sind unbedingt zu vermeiden. Dies gilt auch noch in der Zeit wenn der Patient bereits wach ist, aber noch sog. Sterilpflege nötig ist. In der Regel dürfen deshalb auch nur zwei festbenannte Personen den Patienten im BVZ besuchen. Dies dient dem Schutz aller Patienten, auch wenn die strenge Einhaltung oft eine große Belastung für Angehörige und Patient ist.

Besonders Angehörige können mit Ihrem Verhalten und Erzählungen durchaus positiv auf die Patienten im künstlichen Koma wirken. 

Gerade die Stimmen nahestehender Menschen werden vom Patienten häufig wahrgenommen. Nach dem Aufwachen weiß er Dinge, die während der Zeit im künstlichen Koma passiert sind. Unbewußt wurde die Erzählung des Angehörigen am Bett gespeichert.

Ausführliche Erklärungen und praktische Ratschläge für den Besuch bei einem Patienten im Koma finden sich in einer Patientenbroschüre verfaßt von Dr. Andreas Zieger. Er ist Privatdozent und ärztlicher Leiter der Station für Schwerst-Schädel-Hirngeschädigte (Frührehabilitation), Neurochirurgische Klinik, Ev. Krankenhaus Oldenburg: Patientenbröschüre von Dr. A. Zieger. Besonders hilfreich sind die ersten Kapitel II und III, 3.+ 4.