"Das Recht zum Anderssein legitimiert sich in dem Empfinden für das Recht eines jeden anderen."
(Leo Baeck)

 

Rehabilitation für Brandverletzte

Kassenprüfer Wolfgang am Holzkasten, Sporttherapie und Training nach Trauma, Cicatrix-Kongress, 2010 Bad Klosterlausnitz

Selbst nach wochenlanger Krankenhausbehandlung ist der Heilungsprozess von großflächigen und tiefen Verbrennungen noch lang nicht abgeschlossen, daher ist eine Anschlussheilbehandlung in einer spezialisierten Rehabilitationsklinik unbedingt empfehlenswert.

Die wenigen auf Brandverletzungen spezialisierten Kliniken in Deutschland bieten ein ganzheitliches Programm für die Versorgung akut Betroffener und solcher Patienten, die nach Jahren immer noch Beschwerden haben oder nach Folgeoperationen in die Behandlung kommen.

Ziel der Rehabilitation ist es, dass Brandverletzte alle Fähigkeiten für den persönlichen und beruflichen Alltag möglichst schnell und umfassend wieder erlangen und bleibende Einschränkungen so gut wie möglich zu kompensieren lernen. Je nach Fortschritt der Behandlung und in Abhängigkeit von persönlichen Bedürfnissen wird ein individueller Therapieplan festgelegt.

Einen zentralen Bereich bilden Wundversorgung, Narbenbehandlung und Schmerztherapie. 

Gut ausgebildete erfahrene Ärzte und Pfleger untersuchen und behandeln die Patienten regelmäßig; zu den Therapiemöglichkeiten gehören medizinische Bäder, Narbenmassage, Lymphdrainage und UVM (Narben-Behandlung-UVM). Für Patienten mit Rauchgasvergiftung eignet sich eine Inhalationsbehandlung.

Besonders zu Beginn des Krankheitsverlaufs spielen Bewegungseinschränkungen eine große Rolle, denen man mit Krankengymnastik und Ergotherapie entgegenwirkt. Zur Kräftigung der Muskulatur werden MTT (Medizinische Trainingstherapie) und bei entsprechender Eignung später Nordic Walking sowie Aqua Jogging u. ä. angeboten.

Für viele Brandverletzte ist der Unfall eine enorme psychische Belastung. 

Uwe Trinks erklärt die UVM, Sporttherapie und Training nach Trauma, Cicatrix-Kongress, 2010 Bad Klosterlausnitz

Darum werden sowohl psychologische Einzelsitzungen als auch Gruppengespräche angeboten, die bei der Verarbeitung des erlebten Traumas und Akzeptanz des neues Körperbildes helfen können. Auch diverse Entspannungstherapien können in Anspruch genommen werden.

Das Miteinander zwischen Betroffenen trägt ebenso zur psychischen Entlastung bei. Zudem erhält man Unterstützung durch Sozialarbeiter, die umfassend über wichtige Sachverhalte wie Schwerbehindertenanträge, Erwerbsminderung, etc. aufklären. Der Umstand, verschiedenste Therapien ohne großen Aufwand konzentriert in Anspruch nehmen zu können, bietet einen weiteren Vorteil gegenüber ambulanter Therapie am Wohnort.

 

Letztendlich stellt die Reha einen sanften und vor allem gut betreuten Übergang zur  Wiedereingliederung in den Alltag dar. 

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Eine erfolgreiche Rehabilitation von Brandverletzten benötigt besondere Kenntnisse der Therapeuten und Ärzte, zum Beispiel in Hinblick auf die Probleme der Narbenbehandlung. Aber oft gilt es auch noch, Patienten mit offenen, teils infizierten Wunden zu betreuen und dafür müssen auch die räumlichen Gegebenheiten vorhanden sein. Das kann nicht jede Reha-Einrichtung in Deutschland leisten.

Cicatrix, aber auch alle anderen Vereine für Brandverletzte, unterhalten eine enge Zusammenarbeit mit den wenigen spezialisierten Kliniken, die eine ausgezeichnete stationäre Versorgung anbieten, wie zum Beispiel die Moritz-Klinik in Bad Klosterlausnitz (www.moritz-klinik.de/brandverletzungen.html) und die Klinik Passauer Wolf in Bad Griesbach (www.passauerwolf.de/.../brandverletzungen.html)

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